Männer in Tracht mit Medaillen führen eine geschmückte Kuh mit Blumenkranz und Glocke bei einem Almfest.

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Tux-Zillertaler Rind: Wissen und Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Die Österreichische UNESCO-Kommission hat die Traditionen rund um das Tux-Zillertaler Rind als immaterielles Kulturerbe anerkannt, darunter die Bedeutung als Glückskühe, die Kürung der Moarin und die Federsymbolik.

Rund zwei Jahre lang hat Christian Moser die Aufnahme vorangetrieben, am 17. Oktober 2026 war es so weit: Das Wissen und die kulturellen Praktiken rund um das Tux-Zillertaler Rind wurden in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. „Nun haben wir es endlich geschafft“, freut sich der Initiator über die Anerkennung durch die Österreichische UNESCO-Kommission.

Tux-Zillertaler Rind: Zwei Jahre Arbeit an der UNESCO-Aufnahme

Nach Angaben Mosers arbeitete er fast zwei Jahre an der Antragstellung. Einen wichtigen Schritt setzte die Züchtergemeinschaft am 12. Juni 2025: Gemeinsam mit Obmann Alois Huber „Hanser“, Museumsbeauftragtem Josef Steinberger „Trieler“ und Johann Dengg „Floacher“, einem Ursprungszüchter aus der Gründerzeit, überreichte Moser den Antrag in Wien an die UNESCO-Kommission.

Neben dem Erhalt der Rasse ist der Züchtergemeinschaft die Weitergabe des einzigartigen Wissens und der kulturellen Praktiken rund um das Tux-Zillertalern Rind wie den Moarinnen, Glückskühen und Federsymbol wichtig.

Prächtig geschmückte braune Kuh mit Blumenkranz, weißen Federn und rotem Halfter bei einem Almabtrieb-Festival.

Im Juni 2025 wurde von Obmann Alois Huber „Hanser“, Museumsbeauftragen Josef Steinberger „Trieler“, Vorstandsmitglied Johann Dengg „Floacher“ und Zuchtleiter Christian Moser der Antrag in Wien an die Unesco-Kommission überreicht.

Unesco Moser

Zur Einreichung trug laut Moser auch die Neuauflage des Buches über die Tux-Zillertaler von Martin Reiter und ihm bei. Auf 240 Seiten dokumentiert es die Geschichte der Rasse sowie die damit verbundenen Traditionen und Praktiken. Damit solle dieses Wissen auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Glückskühe und Moarin: Traditionen der Rinderzucht im Zillertal

Genau darin liegt ein wesentliches Anliegen der Züchtergemeinschaft: Neben dem Erhalt der seltenen Rinderrasse gehe es darum, das überlieferte Wissen und die kulturellen Praktiken weiterzugeben. Dazu zählen die Bedeutung der Tiere als Glückskühe, die Kürung der „Moarin“ und die Symbolik der Feder. Diese aus der Zeit der Kuhkämpfe stammenden Praktiken hätten besonders im Zillertal bis heute einen hohen symbolischen und identitätsstiftenden Wert, erklärt Moser.

Die Verbindung zum Gauder Fest veranschaulicht diese Geschichte. Laut Moser fanden dort bis in die 1950er-Jahre Kuhkämpfe statt. Heuer waren die Tux-Zillertaler bei der Schau und beim Festumzug vertreten. Auch das diesjährige Gauderfestplakat, gestaltet vom Maler Anton Christian, zeigte ein Tux-Zillertaler Rind.

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Zum 40-jährigen Bestehen ihres Generhaltungsprogramms waren die Tux-Zillertaler beim Gauder Fest 2026 mit einer Schau, beim Festumzug und auf dem von Anton Christian gestalteten Festplakat präsent.

UNESCO würdigt Wissen und Brauchtum rund um Tiroler Rinderrasse

Die Österreichische UNESCO-Kommission stellt in ihrer Aussendung die Verbindung zwischen Rasseerhalt und gelebten Traditionen heraus: „Die kulturelle Bedeutung des Tuxer-Rindes gründet neben der Erhaltung dieser seltenen Rinderrasse insbesondere auf der symbolischen Bedeutung der Tiere als ‚Glückskühe‘ und damit verbundenen Praktiken wie der Kürung der ‚Moarin‘ und der Symbolik der Feder.“

Über die Aufnahme entscheidet ein eigens eingerichteter Fachbeirat. Anerkannt wurde das Wissen und Brauchtum rund um die Tiere als immaterielles Kulturerbe auf nationaler Ebene.

Moser sieht darin auch eine Bedeutung über die Züchtergemeinschaft hinaus: „Diese Auszeichnung hat für uns als Rasse, im Besonderen aber für unsere Landwirtschaft eine große Bedeutung im gesellschaftlichen Dialog.“ Zahlreiche Rückmeldungen würden das Interesse an der Eintragung zeigen. In Fügen liefen bereits Gespräche und Vorbereitungen für ein Denkmal, das dem Tux-Zillertaler Rind und seinen Traditionen gewidmet werden soll.

UNESCO-KulturerbeMehr zur Entscheidung der UNESCO-Kommission finden Sie hier

Immaterielles Kulturerbe in Österreich: Sechs neue Eintragungen

Neben dem Wissen rund um die Tux-Zillertaler wurden fünf weitere Traditionen und Wissensgebiete aufgenommen: das Jodeln, die Rituale und Praktiken des Feuer- und Scheibenschützenwesens im Salzkammergut, die Wiener Wurstelpraterkultur, das Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen sowie die Herstellung und das Wissen rund um die Walsertaler Trachten. Das nationale Verzeichnis umfasst damit 188 Eintragungen.

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Betriebsreportage – Tux-Zillertaler: Totgesagte leben längerFamilie Dengg vom Floacherhof am Fügenberg (Tirol) hält Tux-Zillertaler. Eine Hommage an eine Rinderrasse, die schon als ausgestorben galt.

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