Die Grundlage jeder Landwirtschaft – und letztlich unserer gesamten Ernährung – liegt im Boden. Doch gesunde Böden sind keine Selbstverständlichkeit. Sie entstehen nicht innerhalb weniger Jahre, sondern über Generationen hinweg durch das Zusammenspiel von Klima, Gestein, Pflanzen, Mikroorganismen und menschlicher Bewirtschaftung. Gleichzeitig zählt Boden zu den nicht erneuerbaren Ressourcen: Was durch Erosion, Verdichtung oder falsche Nutzung verloren geht, lässt sich innerhalb eines Menschenlebens kaum wiederherstellen.
Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei Persönlichkeiten, die das Thema Boden aus unterschiedlichen, aber sich ergänzenden Blickwinkeln beleuchten: Dietmar Näser und Martin Grassberger.
Der Agraringenieur und Bodenexperte Dietmar Näser zählt zu den prägendsten Stimmen der regenerativen Landwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Hofberatung vermittelt er praxisnahe Strategien zur Förderung des Bodenlebens, zur Stabilisierung der Erträge und zur langfristigen Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Seine Arbeit zeigt , wie lebendige Böden die Grundlage für resiliente Agrarsysteme bilden.
Regenerative Landwirtschaft
"Biolandbau reicht heute nicht mehr. Alles was man sieht, ist Wirkung des Bodenmikrobioms – Boden ist also als lebendiger Organismus zu verstehen. Regenerative Landwirtschaft setzt den Fokus aktiv auf Bodengesundheit", so Dietmar Näser. Regenerative Landwirtschaft ist ein landwirtschaftlicher Ansatz, der nicht nur darauf abzielt, Erträge zu sichern, sondern vor allem die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens aktiv zu verbessern. Im Mittelpunkt steht die Idee, natürliche Kreisläufe wiederherzustellen und landwirtschaftliche Flächen so zu bewirtschaften, dass sie langfristig widerstandsfähiger, produktiver und ökologisch stabiler werden.
Regenerative Landwirtschaft - Definition nach Näser
Die Regenerative Landwirtschaft ist die Wiederherstellung des lebend verbauten Kohlenstoffes im Boden durch Humusaufbau aus atmosphärischem Klimagas. Sie ist die Wiederherstellung der mikrobiellen Prozesse im Boden durch die Förderung der Interaktion Pflanzen-Bodenleben und damit auch der hohen Nährstoffgehalte in pflanzlichen Produkten. Die Regenerative Landwirtschaft basiert auf Methoden und Verfahren, die die Naturgesetze unterstützen.
Die Regenerative Landwirtschaft besteht aus in der Praxis gewonnenen Erfahrungen, nicht nur aus Laborergebnissen. Es haben sich folgende Schritte zur Umsetzung der Regenerativen Landwirtschaft in der Breite bewährt:
die Nährstoffe im Boden ins Gleichgewicht bringen und den Boden belebend düngen.
den Unterboden lockern und mit Wurzeln stabilisieren.
die Böden dauerhaft und vielfältig begrünen für die Vielfalt und Ernährung des Bodenlebens.
den lebenden Bewuchs in Flächenrotte bringen, diese Rotte fermentativ lenken, die Wirtschaftsdünger beleben.
die Kulturen durch stressvermeidende vitalisierende Behandlungen zur maximalen Photosyntheseleistung bringen.
Die Regenerative Landwirtschaft ist ein fortschreitender Prozess, kein abschließender Ansatz. Dieser Prozess muss betriebsindividuell angepasst werden. Die Regenerative Landwirtschaft hat sich in unterschiedlichsten Klimaten in der landwirtschaftlichen Praxis bewährt.
Boden als Ursprung
Einen erweiterten Blick auf die Bedeutung gesunder Böden brachte Martin Grassberger, Mediziner, Biologe und Autor, ein. Er beschäftigt sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Boden, Mikrobiom, Ernährung und menschlicher Gesundheit. Grassberger macht deutlich, warum Bodenfruchtbarkeit nicht nur ein agrarisches, sondern auch ein gesellschaftliches Zukunftsthema ist – denn die Qualität unserer Lebensmittel beginnt im Boden. Seine zentrale These: "Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist untrennbar miteinander verbunden." Grassberger betont, dass fruchtbare, lebendige Böden die Basis für nährstoffreiche Lebensmittel sind. Ein vielfältiges Bodenmikrobiom beeinflusst die Nährstoffdichte von Pflanzen, sekundäre Pflanzenstoffe und die Widerstandskraft von Kulturpflanzen. Wenn Böden ausgelaugt oder mikrobiell verarmt sind, sinkt laut seiner Argumentation langfristig auch die Qualität der Nahrung.
Ergänzt wurde das Programm durch ein vielseitiges Wahlprogramm in drei Blöcken zu den Themen Boden und Hof, Praxis und Betriebserfolg sowie Zukunft gestalten und vermarkten.
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))