Detailaufnahme einer jungen Baumpflanze.

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Forschung für mehr Klimafitness im Wald

Oberösterreich investiert in Forschung und wissenschaftliche Grundlagenarbeit für den Wald der Zukunft.

Die Wahl eines Baumes wirkt weit über die Gegenwart hinaus und prägt den Wald für viele Generationen. Höhere Temperaturen und häufiger auftretende Trockenphasen setzen Oberösterreichs Wälder zunehmend unter Druck und verändern die Standortbedingungen in einem Tempo, mit dem die natürliche Anpassungsfähigkeit vieler Baumarten kaum Schritt halten kann. Besonders in tieferen, niederschlagsärmeren Gebieten könnten sich bis zum Jahr 2100 Verhältnisse entwickeln, die heute selbst in den wärmsten Teilen Österreichs noch nicht anzutreffen sind.

Um auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein, fördert das Land Oberösterreich mit den OÖ Waldlaboren gezielt Forschung und wissenschaftliche Grundlagen. Mit den Waldlaboren testen wir heute, welche Baumarten mit dem Klima von morgen zurechtkommen“, sagt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.

Oberösterreichs Waldbäuerinnen und Waldbauern denken seit jeher in Generationen. Durch klimatische Veränderungen werden bisherige Erfahrungswerte jedoch zusehends auf die Probe gestellt. Mit den Waldlaboren testen wir heute, welche Baumarten mit dem Klima von morgen zurechtkommen.

Michaela Langer-Weninger

Agrarlandesrätin Oberösterreich

Wenig Niederschlag in Verbindung mit hohen Temperaturen setzt den Wäldern stark zu. Besonders die Fichte, die über Jahrzehnte als wirtschaftlicher „Brotbaum“ der Forstwirtschaft galt, gerät auf warmen und trockenen Standorten zunehmend unter Druck. Hitze- und Trockenstress schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Heute Bestände anlegen, die auch in 50 bis 100 Jahren stabil sind

Für die Forstwirtschaft ergibt sich daraus eine langfristige Aufgabe: Waldbauliche Entscheidungen lassen sich nicht innerhalb weniger Jahre korrigieren. Ein Bestand, der heute angelegt wird, soll auch in 50 oder sogar 100 Jahren noch stabil sein und mit den dann vorherrschenden Bedingungen umgehen können. „Klimafitness im Wald ist keine Frage für irgendwann. Trockenstress wirkt sich schon heute auf unsere Bestände aus. Gleichzeitig können wir im Wald nicht von einem Jahr auf das nächste reagieren. Was heute gepflanzt wird, soll auch kommenden Generationen einen gesunden, nutzbaren Wald sichern. Wir müssen jetzt vorsorgen“, so Langer-Weninger.

Waldlabore als Freilandversuch

Die Oö. Waldlabore dienen als wissenschaftlich betreute Testflächen, auf denen verschiedene Baumarten und Herkünfte beobachtet und miteinander verglichen werden. Dabei stehen sowohl heimische als auch ausgewählte nicht heimische Baumarten im Fokus, die für zukünftige klimatische Herausforderungen geeignet sein könnten.

Inzwischen wurden zehn solcher Waldlabore mithilfe von Fördermitteln aus der Ländlichen Entwicklung eingerichtet. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Zusammensetzung der Wälder langfristig verändern wird. Neben bewährten heimischen Baumarten wie Eiche, Weißtanne und Buche werden daher auch Arten aus wärmeren Regionen Europas sowie Herkünfte untersucht, die eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit erwarten lassen.

Trockenspezialisten wie Schwarzkiefern oder Atlaszedern weisen bisher meist sehr geringe Ausfälle auf. Auf sehr seichtgründigen Kalkstandorten sind es auch häufig Laubbaumarten wie Feldahorn, Spitzahorn, Elsbeere oder Speierling, die sich nach den ersten Versuchsjahren als tolerant erweisen.

Kalabrische Tanne als Hoffnungsträger

Besonderes Augenmerk gilt der kalabrischen Weißtanne. Sie hat sich in Oberösterreich, insbesondere in tieferen Lagen, bislang als vital und wachstumsstark erwiesen. Deshalb wurde eine Zusammenarbeit mit dem kalabrischen Forstdienst aufgebaut. 43 Bäume wurden zur Anzucht und Vermehrung in Österreich beerntet. In einer heimischen Plantage wird mittlerweile die genetische Vielfalt dieser Herkunft für den heimischen Wald gesichert.

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