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Trockenheit birgt Waldbrandgefahr – aktuell äußerste Vorsicht im Wald geboten

Seit Jahresbeginn wurden laut Forstwirtschaftsministerium mehr als 270 Waldbrände dokumentiert. Mit der vorherrschenden Trockenheit steigt die Gefahr weiter. Umso wichtiger ist richtiges Verhalten im Wald.

Das Frühjahr 2026 gilt als das trockenste der österreichischen Messgeschichte. Nach einer sehr brisanten Zeit im April mit außerordentlichen Großbränden in der Steiermark und Kärnten hat sich die Waldbrandsituation im Juni kurzfristig entspannt. Mit der anhaltenden Hitzewelle zu Beginn des Sommers stieg auch die Entstehungsgefahr für Waldbrände wieder signifikant an. Allein im Juli wurden laut Forstwirtschaftsministerium (BMLUK) ca. 70 Waldbrände in Österreich dokumentiert – Stand 29.Juli.

Seit Jahresbeginn sollen in Österreich bereits mehr als 270 Waldbrände registriert worden sein. Die verbrannte Waldfläche wird mit rund 230 Hektar angegeben. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der angekündigten Hitzewelle appelliert Bundesminister Norbert Totschnig an die Bevölkerung, besonders achtsam zu sein und die geltenden Regeln bei Waldbrandgefahr einzuhalten. Totschnig: „Mehr als acht von zehn Bränden werden durch menschliches Verhalten verursacht und sind damit vermeidbar. Schon ein unachtsamer Moment kann ausreichen, um innerhalb kürzester Zeit verheerende Schäden anzurichten.

Zahlreiche Waldbrandverordnungen in Kraft getreten

Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr sind in den meisten Bezirken Österreichs bereits Waldbrandverordnungen in Kraft. Diese untersagen insbesondere brandgefährliche Handlungen (Entzünden von Feuer, das Rauchen und Hantieren mit pyrotechnischen Gegenständen) im Wald und in Waldnähe. Waldnähe ist überall dort gegeben, wo die Bodendecke oder die Windverhältnisse das Übergreifen eines Bodenfeuers oder das Übergreifen eines Feuers durch Funkenflug in den benachbarten Wald begünstigen. Bei Verstoß drohen laut Forstwirtschaftsministerium Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Wochen.

Um die Risiken zu minimieren, setzt das BMLUK gemeinsam mit Ländern, Feuerwehren, Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern auf umfassende Präventionsmaßnahmen. Ob eine Waldbrandverordnung gilt, erfährt man am schnellsten direkt bei der zuständigen Gemeinde oder der örtlichen Bezirkshauptmannschaft.

Räumliche Verteilung der Waldbrandentstehungsgefahr

Die räumliche Verteilung der Waldbrandentstehungsgefahr in Österreich ist regional unterschiedlich ausgeprägt. Besonders hohe Gefährdungen sollen generell in den trockenen alpinen Tälern sowie in Regionen mit geringer Niederschlagsmenge und ausgedehnten Kiefern- und Föhrenbeständen bestehen. Nach den Waldbrand-Risikokarten des BMLUK konzentrieren sich Gebiete mit erhöhter bis hoher Gefährdung vor allem auf das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens sowie inneralpine Trockentäler Tirols. Diese Regionen weisen laut Ministerium generell „aufgrund klimatischer, topographischer und sozioökonomischer Faktoren“ eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Waldbränden auf. Darüber hinaus würden die langfristigen Ereignisdaten zeigen, dass auch Teile der Südsteiermark und des Burgenlandes zunehmend von erhöhten Waldbrandgefahren betroffen seien.

„Die aktuelle Modellierung auf Gemeindeebene zeigt, dass die Entstehungsgefahr aus dem Zusammenwirken meteorologischer Bedingungen, Vegetation, Blitzschlag, Verzahnung von Wald und Siedlungsraum sowie menschlicher Aktivitäten resultiert und kleinräumig stark variieren kann“, so das Ministerium in einer Aussendung.

Statistisch betrachtet sollen die meisten Waldbrände in Österreich im Frühjahr auftreten. Im Hochsommer (Juli und August) zeige sich, wie auch heuer wieder, ein weiteres Maximum.

Erschließung der Wälder notwendig für die Waldbrandbekämpfung

Eine sehr ernst zu nehmende Gefahr ist das Übergreifen eines Waldbrandes auf Siedlungsraum oder Infrastruktur, wie wir es aus anderen Ländern (z. B. aktuell Frankreich und Spanien) kennen. Fast die Hälfte von Österreich ist mit Wald bedeckt, daher gibt es viele Bereiche, wo Wald und Siedlungsraum aneinandergrenzen.

Etwa ein Sechstel der Waldfläche ist Wald mit Objektschutzfunktion, der Häuser und Siedlungen vor Naturgefahren schützt. „Eine große Objektschutzwald-Fläche ist zuletzt beim Waldbrand im Lesachtal in Kärnten abgebrannt. Dort stellt aktuell die Wildbach- und Lawinenverbauung technische Maßnahmen für den Lawinenschutz her, um die darunter liegenden Gebäude zu schützen“, weiß man beim zuständigen Ministerium.

Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren können die Waldbrände meist schnell gelöscht und so ein Übergreifen auf Siedlungsraum verhindert werden. Dafür braucht es entsprechende Infrastruktur. Totschnig: „Eine gute Erschließung durch Forststraßen sowie die stete Pflege und Bewirtschaftung des Waldes sind essenziell für eine effiziente Waldbrandbekämpfung. Gut geplante und ausgebaute Waldinfrastruktur ist vor allem in den entlegenen Gebieten der Alpen wichtig für die Bekämpfung unkontrollierter Brände. Im Vergleich zu anderen europäischen Regionen haben wir in Österreich eine höhere Dichte an Forststraßen, auch in den Alpen. Dadurch erreichen Feuerwehren die Einsatzorte rasch und können Waldbrände effizient bekämpfen.“

Mit dem Aktionsprogramm „Brennpunkt Wald“ und zahlreichen Projekten im Rahmen des Waldfonds wurden zudem Forschung, Prävention und Einsatzvorbereitung gezielt gestärkt. Für diese Maßnahmen stehen laut Ministerium Mittel aus dem Waldfonds in der Höhe von 14,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Verhaltensregeln für Waldbesucher

  • Im Wald nicht rauchen: Weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer können Brände verursachen. Zigarettenstummel immer aus dem Wald mitnehmen und fachgerecht entsorgen.

  • Kein offenes Feuer im Wald und in Waldnähe entzünden: Im Wald ist es verboten, Feuer zu entzünden. Lagerfeuer, Einweggriller oder Gaskocher gehören nicht in den Wald oder an Waldränder.

  • Auf Feuerwerk und andere Zündquellen bei Arbeiten im Freien verzichten: Funkenflug z. B. bei Arbeiten mit Winkelschleifer oder Schweißgerät kann bei Trockenheit zu Bränden führen, die sich rasch ausbreiten.

  • Sperren und Warnhinweise bei Waldbrandgefahr beachten: Bei erhöhter Waldbrandgefahr können Wälder oder Grillplätze vorübergehend gesperrt sein. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz von Menschen und Natur. Informationen dazu bei der Gemeinde oder der Bezirkshauptmannschaft.

  • Rauch oder Feuer sofort melden: Bei Rauch oder Waldbrand: Sofort den Feuerwehr-Notruf 122 wählen und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

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