Maiskolben, erntereif

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Terminmarkt Oktober 26': In der EU fehlt es an Mais

Während Europa beim Weizen zusätzliche Exportnachfrage benötigt, muss der Maismarkt hohe Preise bieten, um Importware anzuziehen. Der Rapsmarkt hat einen Teil seiner Risikoprämie wieder abgegeben.

Der europäische Rapssaatmarkt bleibt auch zu Beginn des Oktobers von starken Schwankungen geprägt. Nachdem der November-Termin an der Euronext im September mehrfach an der Marke von 560 €/t notierte, geriet der Markt zum Monatsende deutlich unter Druck. Am 2. Oktober schloss der November-Kontrakt bei 536,75 €/t, während der Februar 2027 mit 555,25 €/t bereits deutlich höher bewertet wurde. Damit hat sich die Terminstruktur innerhalb weniger Wochen spürbar verändert.

Unterstützung kommt vom internationalen Ölsaatenkomplex. Während die amerikanischen Maisbestände deutlich höher als im Vorjahr ausfielen, lagen die Sojabohnenbestände zum 1. September 3 % unter dem Vorjahresniveau.

Für die kommenden Wochen dürfte weniger die abgeschlossene europäische Ernte als vielmehr die Nachfrageentwicklung entscheidend werden. Neben den europäischen Importen müssen vor allem Rapsöl, Palmöl, Sojabohnen und der Rohölmarkt beobachtet werden. Gleichzeitig dürfte die Landwirtschaft bei deutlicheren Preisrückgängen ihre Verkaufsbereitschaft weiter reduzieren.

Weizen: Exportgeschäft wird zum Preistest

Der europäische Weizenmarkt hat Ende September einen Teil seiner zuvor aufgebauten Risikoprämie wieder verloren. Der Dezember-Termin an der Euronext fiel zeitweise bis in den Bereich von 233 €/t zurück und notierte Anfang Oktober wieder bei rund 239 €/t. Damit bleibt der Markt zwar deutlich über den Tiefständen des Sommers, konnte die Ende August und Anfang September erreichten Preisniveaus bislang aber nicht dauerhaft verteidigen.

Im Oktober wird der Weizenmarkt zunehmend zum Exportmarkt. Europa verfügt über gute Qualitäten und muss gleichzeitig erhebliche Mengen am Weltmarkt platzieren. Die bisherigen EU-Ausfuhren sind dabei besser, als es die Marktstimmung teilweise vermuten lässt. Für eine nachhaltige Preisbewegung über die Septemberhochs benötigt die Euronext jedoch entweder deutlich stärkere Exportnachfrage oder tatsächliche Einschränkungen am Schwarzen Meer. Ohne einen solchen Impuls dürfte der Wettbewerb um Exportgeschäft größere Preisanstiege weiterhin begrenzen.

Mais: Importbedarf steigt deutlich

Beim europäischen Maismarkt beginnt sich das im Sommer befürchtete Erntedefizit zunehmend in realen Zahlen widerzuspiegeln. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein fundamental enger Markt nicht automatisch kontinuierlich steigende Preise bedeutet. Der November-Termin an der Euronext, der im September zeitweise oberhalb von 275 €/t notierte, fiel Ende des Monats bis auf rund 266 €/t zurück und lag am 2. Oktober wieder bei 269 €/t.

An der schwierigen europäischen Versorgungssituation hat sich wenig geändert. Besonders drastisch ist die Lage in Frankreich. Zum 28. September wurden nur noch 22 % der französischen Maisbestände als gut oder sehr gut eingestuft. Damit liegt die Bewertung auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der FranceAgriMer-Aufzeichnungen im Jahr 2011. Vor einem Jahr waren noch 62 % der Bestände gut oder sehr gut.

Bis zum 27. September importierte die EU in der laufenden Saison rund 4,96 Mio. t Mais. Das sind bereits 35 % mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Europa beginnt damit schon früh in der Saison, das eigene Produktionsdefizit durch zusätzliche Importe auszugleichen.

Hohe US-Bestände verhindern bislang eine unkontrollierte internationale Preisrally. Für Europa lautet die entscheidende Frage deshalb nicht mehr, ob Mais importiert werden muss, sondern zu welchem Preis die notwendigen Mengen nach Europa gelangen und ab welchem Preis die Futtermittelindustrie beginnt, Mais verstärkt durch Weizen und ­Gerste zu ersetzen.

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