Laut Publikation des Thünen-Instituts in „Land Use Policy“ betragen die Mehrkosten je nach Art und Größe der Agri-Photovoltaik-anlage zwischen vier und 148 Prozent der Kosten pro erzeugter Kilowattstunde von bodenmontierten PV-Anlagen.
Die jährlichen Kosten für die Erhaltung eines Hektars Land würden dadurch zwischen 8.000 und 26.000 Euro pro Hektar und Jahr bei mittelgroßen, niedrig montierten Agri-Photovoltaikanlagen liegen und zwischen 42.000 und 75.000 Euro pro Hektar und Jahr bei hoch montierten. Den Wissenschaftern zufolge übersteigen diese Kosten den monetären Wert der potenziellen Erträge aus der landwirtschaftlichen Unternutzung um ein Vielfaches.
Die höheren Kosten für Solarmodule bei Agri-Photovoltaikanlagen ergeben sich laut Thünen-Institut vor allem dadurch, dass die Solarmodule voneinander entfernt stehen. Somit wird pro Flächeneinheit weniger Strom erzeugt als ohne die Doppelnutzung. Gleichzeitig kommen je nach Anlagentyp höhere Investitionen und Betriebskosten hinzu.
Mehr als nur doppelte Flächennutzung
Agri-Photovoltaik ist jedoch mehr als nur Landwirtschaft und Stromproduktion auf der gleichen Fläche. Je nach Anlage, Standort und Kultur gibt es positive Nebenwirkungen: etwa Schutz vor Hagel, Abschwächung von Hitze und Spätfrost, geringerer Pflanzenschutzbedarf durch kürzere Blattnasszeiten und geringere Verdunstung.
Die Studie untersucht auch nicht, ob konkrete Agri-PV-Projekte wirtschaftlich tragfähig sind oder sich für landwirtschaftliche Betriebe rechnen. „Sie stellt Agri-PV der Freiflächen-PV auf Basis bestimmter Annahmen und zu Kostenannahmen aus dem Jahr 2023 gegenüber. Bereits heute, drei Jahre später, kann man von Kostenreduktionen aufgrund von gesunkenen Preisen ausgehen, die dieses Bild verändern. Zudem ist Agri-PV technologisch noch deutlich jünger als klassische Freiflächen-PV, die über viele Jahre optimiert wurde. Auch das sollte bei der Einordnung berücksichtigt werden“, betont Chantal Kierdorf, Doktorandin am Forschungszentrum Jülich.
Praxis bringt Fortschritt
Matthias Meier-Grüll vom gleichen Forschungshaus ergänzt: „Damit Agri-PV schneller günstiger wird, braucht es vor allem eines: mehr Praxis. Wir kennen diesen Effekt aus der klassischen Photovoltaik. Je mehr Anlagen gebaut werden, desto stärker sinken die Kosten – weil Prozesse standardisiert, Technik verbessert und Erfahrungen gesammelt werden.“ Dieser Markthochlauf stehe bei der Agri-PV noch am Anfang.
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