Traktor auf dem Feld

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Pflanzenschutz: Unkrautfreier Mais, so geht‘s

Welche Wirkstoffe für die Herbizidanwendung im Mais heuer zur Verfügung stehen, welche Packs sich anbieten und was es generell zu beachten gilt.

Maßgeblich für eine gute Wirkung und Verträglichkeit von Herbiziden im Mais sind Temperaturen zwischen zehn und 25 °C sowie warmes, wüchsiges Wetter. Besonders kritisch sind Nachtfröste oder starke Temperaturschwankungen von mehr als 15 bis 17 °C. Idealerweise sollte es zwei Tage vor und zwei Tage nach der Anwendung trocken bleiben.

Idealerweise sollte es zwei Tage vor und nach der Anwendung trocken bleiben.

Jakob Angerer

Die Maispflanzen sollten eine sattgrüne Farbe aufweisen und über eine gut ausgeprägte Wachsschicht verfügen. Es soll möglichst wenig Wasser im Kelch sein. Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt zwischen dem 2- und 4-Blattstadium des Maises. Danach verändert sich die Wachsschicht der Pflanzen, was die Verträglichkeit verringern kann.

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Schädigung der Maispflanzen durch ausgebrachte Wuchsstoffe.

Die Wirkstoffe

Bodenaktive Herbizide: Am gängigsten im Vorauflauf bis in den frühen Nachauflauf (bis zum 3-Blattstadium des Maises) ist Adengo (Thiencarbazon + Isoxaflutole) mit einer Aufwandmenge von 0,44 Liter pro Hektar (l/ha). Bei der Anwendung von Adengo ist die Saattiefe entscheidend: Es wird eine Ablagetiefe von etwa vier Zentimetern empfohlen. Wird diese nicht eingehalten, kann es beim Mais zu braunen Blatträndern und einer Wachstumsverzögerung kommen.

Für eine sichere Wirkung sind ausreichende Bodenfeuchtigkeit und eine feinkrümelige Bodenstruktur erforderlich. Reste von zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten (z. B. Ölrettich) werden auch erfasst, gegen Gräser können im Vorauflauf zugelassene glyphosathältige Produkte beigemengt werden. Als wichtiger Indikator für die Unkrautgröße dient der Weiße Gänsefuß, dieser sollte keinesfalls mehr als vier Laubblätter aufweisen. Ist dies der Fall, müssen blattaktive Herbizide als Mischpartner ergänzt werden (z. B. 0,3 l/ha Mais Banvel flüssig).

Für reine Vorauflaufbehandlungen steht Spectrum Plus mit 3 bis 4 l/ha (Dimethenamid-p + Pendimethalin) zur Verfügung. Wirkstoffe wie Dimethenamid-p (Spectrum), Pethoxamid (Successor 600) sowie Kombinationen mit Terbuthylazin (z. B. Spectrum Gold/Aspect Neo, Successor TX) werden überwiegend als Mischpartner mit blattaktiven Herbiziden eingesetzt. Grundsätzlich sind Bodenherbizide im Mais bei sachgerechter Anwendung gut verträglich.

Triketone: Diese Gruppe zählt zu den sogenannten „Bleicher“-Herbiziden und verursacht die typische Weißfärbung der Unkräuter nach der Behandlung im Mais. Wirkstoffe wie Tembotrion (z. B. Laudis) und Mesotrion (z. B. Callisto) gehören zu dieser Wirkstoffgruppe. Sie wirken vor allem gegen Samenunkräuter wie Hirsen und Weißer Gänsefuß. Auch Triketone sind im Mais in der Regel gut verträglich. Eine gut ausgeprägte Wachsschicht der Maispflanzen ist jedoch von Vorteil.

Sulfonylharnstoffe: Wirkstoffe wie Nicosulfuron (z. B. SL 950), Rimsulfuron (z. B. Titus) oder Foramsulfuron (z. B. MaisTer Power) zeichnen sich vor allem durch eine sehr gute Wirkung gegen Gräser aus, insbesondere gegen Raygräser (sofern keine Resistenzen vorliegen), Quecke und Hirsen.

Prosulfuron (z. B. Peak) und Thifensulfuron (z. B. Harmony) zeigen hingegen eine gute Wirkung gegen Wurzelunkräuter wie Ampfer.

Wuchsstoffe: Am häufigsten wird der Wirkstoff Dicamba (z. B. Mais Banvel flüssig) als Mischpartner zur Bekämpfung von Distel und Ackerwinde eingesetzt. Auch Casper mit dem zusätzlichen Wirkstoff Prosulfuron zeigt als Mischpartner eine gute Wirkung gegen Distel.

Wuchsstoffe benötigen für eine optimale Wirkung und Verträglichkeit warmes, wüchsiges Wetter mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Unter ungünstigen Bedingungen, wie leichten Böden, kühler Witterung oder nicht ausreichend geschlossener Saatfurche, kann es zu Schäden am Mais kommen, etwa in Form von verdrehten oder liegenden Pflanzen.

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Mit und ohne Bodenherbizid: Rechts wurde mit Adengo behandelt.

Die Kombinationen

Terbuthylazin-hältige Mischungen gelten weiter als gut breitenwirksam. Aber Achtung: Innerhalb von drei Jahren darf Terbuthylazin nur einmal auf derselben Fläche ausgebracht werden. In Wasserschutz- und Schongebieten ist die Anwendung generell verboten. Dies gilt auch für Betriebe, die an der Öpul-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz-Acker“ teilnehmen.

Eine sehr gut verträgliche Kombination ist 1,5 l/ha Laudis + 1,5 l/ha Aspect Pro (Aufbrauchsfrist: 10.12.2026). Als Alternative kann 1,5 l/ha Laudis + 1,5 l/ha Aspect Neo/Spectrum Gold eingesetzt werden. Beim Auftreten von Gräsern kann diese Mischung zusätzlich mit 1 l/ha SL 950 ergänzt werden. Als breit wirksame Packlösungen stehen der Elumis Profi TX Pack mit guter Wirkung gegen Wurzelunkräuter sowie der Omega Gold Pack mit starker Gräserwirkung zur Verfügung.

Terbuthylazin-freie Mischungen stehen folgende zur Verfügung: Eine sehr gut verträgliche Kombination ist 1,7 l/ha Laudis + 1 l/ha Spectrum. Beim Auftreten von Gräsern kann die Tankmischung zusätzlich mit 1 l/ha SL 950 ergänzt werden, sofern die Gräser nicht resistent sind. Packs mit Gräserwirkung sind Maistro/WS 600 und CB Maispack (ohne Bodenwirkung). Weitere ohne Bodenwirkung sind Diniro + Adigor, Elumis Peak Pack, Kaltor Mais Pack, Kwizda Mais Pack, Laudis Monsoon Plus, MaisTer Power Plus und Valentia Maispack. Anwendungsfertige Mischungen mit bodenaktiven Herbiziden sind Dragster Mais Pack (leichte Distelwirkung), Elumis Profi Pack, Elumis Xpert und Laudis Profi Plus (schwache Bodenwirkung). Beim Einsatz von Packs ohne Bodenwirkung ist zu beachten, dass die Unkräuter bereits aufgelaufen sein müssen, um eine Wirkung zu erzielen. Erfolgt die Unkrautbekämpfung in einem frühen Entwicklungsstadium des Maises, wird die Zugabe eines bodenwirksamen Partners empfohlen, beispielsweise 1 l/ha Spectrum oder 1,5 l/ha Successor 600.

Ein erfolgreiches Unkrautmanagement im Mais erfordert das Zusammenspiel einer standortangepassten Strategie, des optimalen Anwendungszeitpunkts sowie der passenden Wirkstoff- bzw. Produktwahl. Dabei ist es entscheidend, das Unkrautauftreten im Maisfeld genau zu kennen und nur solche Wirkstoffe einzusetzen, die tatsächlich notwendig sind. So lässt sich eine gute Verträglichkeit der Mischung sicherstellen und gleichzeitig vermeiden, den Mais unnötig zu schädigen.

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