Sortiermaschine mit Personen

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Kartoffelsortiermaschine mit KI: Karevo setzt auf künstliche Intelligenz

Bis zu zehn Tonnen Kartoffeln sollen die Maschinen von Karevo pro Stunde präzise sortieren können. Der Weg des Gründers führte vom Kartoffelhof über die Technische Universität München (TUM) bis zum eigenen Start-up.

„Kartoffeln sortieren ist Knochenarbeit – man steht stundenlang am Verlesetisch, prüft jede einzelne Kartoffel und ist umgeben von Lärm und Staub“, sagt Benedikt Keßler, Mitgründer des Start-ups Karevo. Er ist auf einem Kartoffelhof aufgewachsen und kennt die Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Während seines Maschinenwesenstudiums an der TUM entwickelte er deshalb die Idee für eine automatisierte Sortiermaschine, die mit einem speziell trainierten KI-Modell arbeitet.

KI mit über 100.000 Bildern trainiert

Das Modell wurde mit über 100.000 Bildern trainiert und soll Schäden an Kartoffeln mit 95-prozentiger Genauigkeit identifizieren können. Die Maschine kann laut Pressemeldung der TUM Fremdkörper und sieben Defekttypen wie Fäule, Risse und Drahtwürmer erkennen, auch bei ungewaschenen Kartoffeln.

„Andere Erkennungsverfahren stoßen bei ungewaschenen Kartoffeln häufig an ihre Grenzen, weil diese je nach Region, Bodentyp oder Lagerbedingungen sehr unterschiedlich aussehen“, erklärt Keßler. Durch das KI-Modell könne bei Karevo die Sortierung schnell an die jeweiligen Kartoffeln des Betriebs angepasst werden.

Entwickelt für Klein- und Familienbetriebe

„Kartoffelsortiermaschinen sind für Kleinbetriebe häufig zu teuer, zu groß oder zu kompliziert in der Wartung“, so Keßler. Die Maschinen von Karevo sollen diese Nachteile nicht haben. Außerdem sind sie modular aufgebaut, um die Wartung zu vereinfachen und die Integration in bestehende Anlagen zu ermöglichen. „Ich habe die Maschine entwickelt, die mir auf dem Kartoffelhof meiner Eltern die Knochenarbeit abgenommen hätte.“

Prototypen an der TUM gebaut

Benedikt Keßler begann die Arbeit an der Technologie während seiner Masterarbeit an der TUM. Gemeinsam mit dem befreundeten Ingenieurstudenten Johannes von Wittke von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg suchte er nach weiteren Gründern. Über UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung an der TUM, wurden sie mit Felix Beck fündig, der an der TUM ein berufsbegleitendes Studium absolviert hat. 2024 gründeten sie Karevo.

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