Beim Holzpreis gilt wie bei allen anderen Produkten: Er ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Und da hat sich zuletzt wenig getan – es gab keinen außergewöhnlich großen Anfall an Schadholz und von der Wirtschaft kommen keine neuen Impulse.
„Die österreichische Wirtschaft stagniert. Der Iran-Krieg hat die leichte Erholung unterbrochen. Die Bauwirtschaft bleibt schwach, hohe Kosten und eine verhaltene Investitions- und Wohnbaunachfrage belasten die Branche. Kurzfristig ist keine nachhaltige Trendwende erkennbar“, analysieren die Experten der Landwirtschaftskammer Österreich in ihrem aktuellen Holzmarktbericht.
Nadelsägerundholz: Wieder feste Preise
Sie orten eine sehr unterschiedliche Bevorratung der Standorte der österreichischen Sägeindustrie mit Nadelsägerundholz. Die Meldungen würden von leer über aufnahmefähig bis voll reichen. Die teilweise absatzbedingten, längeren Revisionsstillstände seien aber größtenteils beendet. „Aktuell trifft eine schwache Nachfrage auf ein verhaltenes
Angebot. Ernte- und Frachtkapazitäten sind ausreichend vorhanden. Bisher vorhandene Waldlager in den Schadgebieten sind abgebaut. Derzeit noch in geringem Ausmaß anfallende Käferholzmengen werden rasch abtransportiert und übernommen. Die Preise haben sich gefestigt“, ist ihr Fazit.
Im Bundesmittel ergibt sich aus den Zahlen des LK-Holzmarktberichts für August (Geschäftsfälle Juli bis Anfang August) für das Blochholz-Leitsortiment Fichte/Tanne (Kl. A, B, C, 2b) ein Preis von 122,5 Euro je Festmeter (FMO, netto, frei Straße). Das ist geringfügig mehr als im Vormonat: plus 1,19 Euro. Die höchsten Preise werden für Niederösterreich und Tirol angegeben: Hier bewegt sich die Spanne zwischen 120 und 130 Euro je Festmeter.
Lärche wird bei stabil hohem Preisniveau nach wie vor rege nachgefragt. Der Preis für Lärche (Kl. A, B, C, 3a+) liegt im Österreichmittel bei 154,0 Euro (+36 Cent) je Festmeter. Deutlich unter diesem Wert liegt man in Oberösterreich, dort werden im Schnitt nur 125 Euro je Festmeter gezahlt (bei einer Preisspanne von 100 bis 150 Euro).
Papier-/Zellstoffindustrie: Schlecht gefüllte Lager
Die Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie ist unterschiedlich mit Industrierundholz bevorratet. „Während sich die Plattenindustrie mit der Bevorratung zufrieden zeigt, sind die Holzlager der Papier- und Zellstoffindustrie nur unterdurchschnittlich gefüllt“, analysiert man bei der LK. In geringen Mengen anfallende Sägenebenprodukte, aufgrund des reduzierten Einschnitts, sowie jahreszeitlich bedingtes geringes Angebot an Industrierundholz würden zu einer regen Nachfrage führen. Frachtkapazitäten werden als „ausreichend vorhanden“ beschrieben, bereitgestellte Sortimente werden ebenfalls rasch abtransportiert. Im Bundesschnitt liegt der Preis für Faserholz Fichte/Tanne (FMO, netto, frei Straße) bei 45,18 Euro je Festmeter (+71 Cent gegenüber Vormonat). Etwas höher (+1,77 Euro) fiel der Anstieg bei der Buche aus: Sie liegt nun bei 66,1 Euro (FMO).
Energieholz-Lagerbestände werden aufgebaut
Der Energieholzmarkt entwickelt sich der Jahreszeit entsprechend. „Die Standorte bauen mittlerweile wieder ihre Lagerstände für die kommende Heizsaison auf. Einzelne Preissteigerungen sind auf gestiegene Bereitstellungskosten zurückzuführen", erklärt man bei der LK. Für Energieholz (lang, AMM, netto, frei Straße) werden im Schnitt 84,9 Euro (+1,2 Euro) pro Tonne bezahlt, für Brennholz weich (RMM, netto, frei Straße) sind es unverändert 82,94 je Raummeter, für Brennholz hart 113,56 (+0,92 Euro).
Copyright © Datenquelle: LKÖ; Grafik: BZ
Käferholz
Der Anfall an Käferholz war laut LK „bisher geringer als zu befürchten war“. Die Bestände seien aber aufgrund der regional extremen Niederschlagsdefizite sehr anfällig. Sie sollten weiterhin regelmäßig kontrolliert sowie befallene Bäume rasch entnommen und aus dem Wald entfernt werden. Dabei sei auch auf die anhaltend hohe Waldbrandgefahr achtzugeben.
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